#0051 - Pisa

Heute fahren wir mit dem Bus nach Pisa. Die Bilettes konnten wir bei Andrea lösen und er meinte der Bus sollte meistens nach Fahrplan fahren. Tja wir sind dann mal zur Haltestelle gelaufen und siehe da der Bus kam tatsächlich fast zur Zeit.

Geschichte von Pisa
Pisa, gelegen in der Toskana am Arno, entwickelte sich vom etruskischen/ligurischen Ursprung und römischen Marinestützpunkt zu einer mächtigen mittelalterlichen Seerepublik. Im 11. bis 13. Jahrhundert war Pisa eine führende Handelsmacht, was den Bau des berühmten, 1173 begonnenen Ensembles auf der Piazza dei Miracoli ermöglichte. Heute ist die Stadt für den Schiefen Turm und ihre Geschichte bekannt.

Hauptaspekte der Geschichte Pisas:

  • Ursprung: Der Ursprung ist unklar, Hinweise deuten auf etruskische, ligurische oder griechische Wurzeln hin. Nach 180 v. Chr. wurde es eine römische Kolonie.
  • Seerepublik (ca. 1000–1300): Pisa erlebte im Mittelalter eine Blütezeit, baute eine starke Flotte auf und beherrschte Handelswege im Mittelmeer.
  • Piazza dei Miracoli: Der Domplatz (UNESCO-Weltkulturerbe) wurde ab 1063 als Symbol der Macht und des Glaubens errichtet.
  • Der Schiefe Turm: Der Bau des Campanile begann 1173; aufgrund des weichen Untergrunds begann er schon 1185, sich zu neigen.
  • Niedergang und Medici-Zeit: Nach der Niederlage gegen Genua (1284) und der Eroberung durch Florenz 1406 verlor Pisa an Einfluss.
  • Heute: Pisa ist eine geschichtsträchtige Universitätsstadt und ein wichtiges kulturelles Zentrum in der Toskana.

Die Stadtmauer, deren Bau um 1154 begann, erstreckt sich über etwa 8 km.

Das Baptisterium San Giovanni in Pisa ist das grösste Baptisterium der Welt und ein zentraler Bestandteil der berühmten Piazza dei Miracoli. Mit einer Höhe von fast 55 Metern und einem Umfang von über 107 Metern überragt es sogar den Schiefen Turm.

Highlights und Besonderheiten

  • Einzigartige Akustik: Aufgrund der doppelten Kuppelkonstruktion (ein innerer Kegel und eine äussere Halbkugel) verfügt das Gebäude über eine aussergewöhnliche Akustik. Alle 30 Minuten führen Mitarbeiter die Echo-Effekte vor, indem sie kurze Melodien singen.
  • Architektonischer Stilmix: Der Bau verbindet zwei Epochen. Die untere Ebene ist in der schlichten Romanik gehalten, während die oberen Stockwerke mit ihren filigranen Ziergiebeln und Fialen der Gotik zuzuordnen sind.
  • Nicola Pisanos Kanzel: Im Inneren befindet sich eine berühmte Marmorkanzel von 1260, die als ein Wegbereiter der Renaissance-Bildhauerei gilt.
  • Taufbecken und Galerie: In der Mitte steht das monumentale achteckige Taufbecken. Besucher können zudem in die Frauenempore aufsteigen, von wo aus man einen hervorragenden Blick auf das geometrische Bodenmuster und den Dom hat.

Der Camposanto Monumentale (italienisch für „monumentaler Friedhof“) ist das vierte und letzte grosse Bauwerk der Piazza dei Miracoli in Pisa. Er bildet den nördlichen Abschluss des Platzes und gilt als einer der schönsten Friedhöfe der Welt. Das Gebäude ist bekannt für seine sakrale Atmosphäre, die beeindruckenden gotischen Bogengalerien und bedeutende Freskenzyklen.

Highlights und Sehenswürdigkeiten

  • Heilige Erde vom Golgota: Der Name „Heiliges Feld“ rührt daher, dass Erzbischof Ubaldo Lanfranchi im 12. Jahrhundert Erde vom Berg Golgota aus Jerusalem mitbrachte. Die Legende besagt, dass darin bestattete Körper innerhalb von 24 Stunden zu Skeletten zerfielen.
  • Der Triumph des Todes: Dieses berühmte Fresko von Buonamico Buffalmacco (ca. 1336–1341) ist das Herzstück der Anlage. Nach jahrzehntelanger Restaurierung aufgrund schwerer Brandschäden im Zweiten Weltkrieg ist es seit 2018 wieder in seiner vollen Pracht zu sehen.
  • Antike Sarcophage: Der Kreuzgang beherbergt eine der grössten Sammlungen römischer Sarcophage, die im Mittelalter von der Pisaner Oberschicht als Prestigegräber zweitverwendet wurden.
  • Die Ketten von Pisa: An den Wänden hängen die massiven Eisenketten des antiken Hafens von Pisa, die 1284 von den Genuesen als Beute geraubt und erst nach der Einigung Italiens zurückgegeben wurden.
  • Berühmte Persönlichkeiten: In den Galerien finden sich Grabmäler bedeutender Pisaner, darunter das des Mathematikers Fibonacci.

Als letztes noch den Dom Santa Maria Assunta. Der Dom Santa Maria Assunta (Cattedrale di Santa Maria Assunta) ist das architektonische und spirituelle Zentrum der Piazza dei Miracoli in Pisa. Als Meisterwerk der pisanischen Romanik zeugt er vom einstigen Reichtum der Seerepublik Pisa und diente als Vorbild für viele spätere Sakralbauten in Italien.

Architektonische Highlights

  • Fassadengestaltung: Die prachtvolle Westfassade aus strahlend weissem und grauem Marmor ist durch vier Stockwerke filigraner Loggien mit insgesamt 52 Säulen geprägt.
  • Stilmix: In dem ab 1063 errichteten Bau verschmelzen klassische antike, byzantinische und islamische Stilelemente – ein Spiegelbild der weitreichenden Handelsbeziehungen Pisas.
  • Porta di San Ranieri: An der Seite zum Schiefen Turm befinden sich die berühmten Bronzetüren von Bonanno Pisano (um 1180), die Szenen aus dem Leben Christi zeigen.

Sehenswertes im Innenraum

  • Kanzel von Giovanni Pisano: Eines der bedeutendsten Werke der mittelalterlichen Bildhauerkunst (1301–1310), das mit dynamischen Reliefs die biblische Geschichte erzählt.
  • Apsismosaik: Ein monumentales Mosaik, das Christus als Pantokrator darstellt, begonnen von Cimabue im 13. Jahrhundert.
  • Galileos Lampe: In der Mitte des Hauptschiffs hängt ein prächtiger Bronzeleuchter. Der Legende nach brachten Galileo Galilei dessen Schwingungen auf die Gesetze der Pendelbewegung.
  • Kassettendecke: Die vergoldete Holzdecke des Mittelschiffs stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde nach einem verheerenden Brand im Jahr 1595 hinzugefügt.

Wir schlenderten noch weiter durch Pisa und hatten das Gefühl jetzt reicht es uns in der Stadt. Wir sind eher für die Natur als Städte anzusehen, aber es muss manchmal halt so sein. Wir fuhren mit dem Bus wieder retour. Da es ja keine Duschen gab, haben wir den Boiler angeschmissen um Warmeswasser zu machen. Danach haben wir noch die warmen Sonnenstrahlen genossen.